Bitcoins in Euro auszahlen lassen

Da die Akzeptanz von Bitcoins noch immer nicht flächendeckend gewährleistet ist, macht es manchmal Sinn, seine Bitcoins in Euros umzutauschen. Wie das ganze funktioniert und was du dabei beachten musst, erzählen wir dir in diesem Artikel.

Sich bitcoins in Euro auszahlen zu lassen funktioniert etwas anders als der Tausch anderer Währungen.

Wenn du in die USA zum Weihnachtsshopping fliegen willst, gehst du heute zu deiner Hausbank und bestellst Dollars, die du gegen Euro tauschen kannst, oder hebst später einfach was direkt in den USA ab. Falls du zu der Generation gehörst, die früher die Sommerferien in Italien oder Ungarn verbracht hat, kennst du das Prozedere: Das Geld wechselt schon von Kindesbeinen an. Dank dem Euro ist das heute nur noch selten notwendig. Kryptowährung kannst du so allerdings nicht gegen Euros umtauschen. Wie auch? Gibt es doch keine Bank im traditionellen Sinne.
Wenn du deine Bitcoins in Euro umwandeln möchtest, musst du diese an einen anderen Käufer verkaufen. Dafür hast du drei Möglichkeiten.

• Verkauf an einer Tauschbörse
• Über einen Auszahlungsdienstleister
• Über eine Bitcoin-Kreditkarte oder Bitcoin-Prepaid-Kreditkarte

Auszahlungsdienstleister

Inzwischen gibt es einige Dienstleister, die Bitcoins in Fiat-Währungen tauschen. Dein Geld bekommst du im Anschluss direkt auf dein Bankkonto überwiesen. Das Vorgehen hier ist recht einfach. Du schickst deine Bitcoins von irgendeinem Wallet an entsprechende Dienstleister. Diese überweisen dir den Betrag abzüglich einer Gebühr direkt auf dein Konto. Theoretisch könntest du so auch deinen Vermieter bezahlen. Oder den Kauf deines neuen Autos. Denn die Überweisung muss nicht zwingend auf dein eigenes Bankkonto erfolgen. Die Gebühren liegen etwa bei 0,5 %, diese variieren jedoch von Anbieter zu Anbieter. Das Risiko, von einem Hacker angegriffen zu werden, ist relativ gering. Nach nur einem Tag ist das Geld in der Regel auf deinem Konto.

Prepaid-Kreditkarte

Eine relativ neue Möglichkeit hast du dank der Prepaid-Kreditkarte. Wobei wie so oft im Kryptowährungsbereich der Begriff nicht ganz ernst genommen werden kann. Normalerweise bedeutet die Kreditkarte ja, dass du einen Kredit von einer Bank über das Guthaben bekommst. Das funktioniert bei Bitcoins natürlich etwas anders. Bei der Prepaid-Kreditkarte zahlst du deine Bitcoins zunächst einmal ein. Du kannst später auch nur so viel ausgeben, wie du zuvor hinterlegt hast. Der absolute Clou und Vorteil dieses Systems ist, du kannst mit dieser Bitcoin-Karte sowohl online als auch offline einkaufen, selbst dort, wo Bitcoins eigentlich nicht als Zahlungsmöglichkeit akzeptiert werden. Achte hier aber in jedem Fall darauf, dass der Anbieter seriös ist. Wichtig ist es dabei, eine wirklich echte Prepaid-Karte zu haben, da in diesem Fall nur du den Private Key hast. 

Tauschbörse

Die bekannteste Möglichkeit, deine Bitcoins in Euros zu tauschen, ist innerhalb einer Tauschbörse. Du verkaufst deine Bitcoins also eher, als dass du sie tatsächlich tauschst. Das Vorgehen ist allerdings relativ simpel. Du eröffnest ein Konto bei einem der vielen Anbieter und transferierst deine Bitcoins in die dortige Brieftasche. Hier eine kleine Anleitung zum Vorgehen:

So gehst du vor, um Bitcoins gegen Euros zu tauschen:

Erstens:
Schmeiß den Computer an und öffne deinen Browser. Auf der Seite www.bitcoin.de ist der Umtausch beispielsweise möglich.

Zweitens:
Nach deiner Anmeldung gibst du die Menge der Bitcoins an, die du verkaufen möchtest. Anders als bei Aktien etwa, tauschst du nicht einen aktuellen Wert, sondern du gibst einen Wunschpreis dafür an.

Drittens:
Hier musst du nun wählen, wie dir der Betrag ausgezahlt werden soll. SEPA Auszahlungen sind in der Regel möglich.

Viertens:
Es ist ein bisschen wie bei eBay. Findet sich ein Käufer, findet er in deinem Account auch alle notwendigen Informationen. Er muss nur noch zugreifen.

Vor- und Nachteile der Tauschbörse

Die Tauschbörse hat natürlich einige Vorteile, wenn es darum geht, deine Bitcoins gegen Euro zu tauschen. Zum einen dienen die meisten Tauschbörsen nicht nur dem Tausch, sondern du kannst sie auch zum Trading nutzen. Den Betrag in Fiat-Währung überweist du ganz einfach auf dein Bankkonto.

Tauschbörsen sind jedoch nicht ganz ungefährlich. Um am Handel teilnehmen zu können, braucht der Betreiber Zugriff auf deinen Private Key. Wird die Tauschbörse nun gehackt, ist dein gesamtes Geld mit aller Wahrscheinlichkeit weg. Das ist in der Vergangenheit schon mehrfach passiert. So wurde die bekannteste Tauschbörse Mt. Gox, die 2013 etwa 60 % des weltweiten Bitcoin-Handelsvolumens vermittelte, gehakt. 2014 war das große Unternehmen insolvent. Fast 900.000 Bitcoins waren verloren gegangen. Zwar tauchte hinterher ein Teil des Diebesgutes wieder auf, mehr als 650.000 Bitcoins blieben aber weiterhin verschwunden. Wer am Ende hinter dem Hackerangriff steckte, ist bis heute nicht ganz klar. Der frühere Chef der Tauschbörse wurde 2015 zwar festgenommen, nachweisen konnte man ihm den Hackerangriff allerdings nicht.

Welcher Weg ist der beste, um Bitcoins gegen Euro zu tauschen?

Eine richtig gute Antwort darauf, welcher Weg nun der beste sei, können wir dir nicht geben. Alle Möglichkeiten sind mit Risiken verbunden. Wenn du nicht nur Bitcoins verkaufen möchtest, sondern auch am Daytrading teilnehmen willst, macht eine Tauschbörse in den allermeisten fällen Sinn. Die Gebühren sind hier bei etwa 0,35-0,45 %. Beachte in jedem Fall die Sicherheitsvorkehrungen, die du selber treffen kannst. Ganz wichtig: Deponiere nie deine gesamten Bitcoins in nur einem Wallet. Das Risiko, alles durch einen einzigen Hackerangriff zu verlieren, ist groß. Vor allem ist der Bereich der Prepaid-Visakarte aktuell ziemlich spannend. Hier musst du ja den Betrag nicht zuvor in andere Währung tauschen. Vor allem aber kannst du mit der Kreditkarte in nahezu allen Shops bezahlen. Natürlich solltest du auch hier Vorsicht walten lassen, dir den Herausgeber der Karte genau ansehen und niemals deine gesamten Bitcoins auf nur ein Prepaid-Konto transferieren. Wenn du selbst nicht am Trading teilnehmen möchtest, sind Auszahlungsdienstleister eine super Alternative, um deine Bitcoins in Euro auszahlen zu lassen. Die Gebühren liegen bei gerade einmal 0,5 % und das Risiko, von Hackern angegriffen zu werden, ist, wie oben beschrieben, verschwindend gering.

So transferierst du deine Bitcoins auf andere Konten

Um dein persönliches Verslustrisiko zu minimieren, solltest du deine Bitcoins auf unterschiedlichen Konten deponieren. Da du deine Bitcoins auch bei einem Verkauf auf ein anderes Konto „überweisen“ musst, liefern wir dir an dieser Stelle noch eine kleine Anleitung dazu, wie du sie sicher und einfach übermitteln kannst.
1. Öffne die Bitcoin-Website und logge dich ein. Klicke nun auf „Ein-/Auszahlen“. Hier könntest du, wenn du willst, auch alle Bitcoins zusammen auf ein anderes Konto überweisen.
2. Unter „Empfänger“ gibst du nun die neue Bitcoin-Adresse an. Außerdem gibt es hier ein Feld, in dem du angibst, wie viele Bitcoins überwiesen werden sollen.
3. Mittels Passwort und eigener mTan bestätigst du die Auszahlung.
4. Wenn du willst, füge der Transaktion einen Kommentar bei
5. Fertig

Nun wird es bis zu 60 Minuten dauern, bis der Transfer tatsächlich ausgeführt ist.