Lohnt sich die Investition in Bitcoin überhaupt noch?

Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum sind spätestens seit 2017 im allgemeinen Verständnis angekommen und als ernstzunehmende Investition im Gespräch. Vor allem Bitcoin erlebte einen, nein DEN Höhenflug. Ende 2017 ist der Preis für einen Bitcoin auf mehr als 15.000 Euro gestiegen. Hat man vor zehn Jahren für 19 Euro noch ein paar Hundert Bitcoins bekommen, beißen sich so manche Investoren gerade ordentlich selbst in den Allerwertesten; weil sie es nicht haben kommen sehen. Kryptowährungen wurden belächelt. Die Idee dahinter zwar für gut befunden, eine reelle Chance auf eine Weltwährung wurde ihr allerdings lange versagt. Gerade jetzt stellen sich viele allerdings die Frage, ob der Zug nicht schon abgefahren ist. Ob sich der Einstieg jetzt überhaupt noch lohnt, oder ob man seine Chance hat verstreichen lassen. Wir gehen die Frage mal weniger emotional und mehr rational an.

Vom Tellerwäscher zum Millionär – mit Bitcoin keine Seltenheit

Als die ersten Geschichten von Underdogs auftauchten, die über Nacht einfach so Millionen verdienten, wurde auch die Presse hellhörig. Da gab es den 19-jährigen Schulabbrecher, der mit zwölf Jahren ein paar Bitcoins kaufte und nur wenige Jahre später für immer ausgesorgt hat. Oder den Lagerarbeiter, der beim Skat-Spiel mit den Jungs ein paar Bitcoins gewann und diese einfach wieder vergas. Es war ja nur Spielgeld. Ein paar Monate später war sein Spielgeld so viel wert, wie er in seinem Leben niemals hätte verdienen können. Wer im Mai 2017 in Bitcoins investierte, bewies ein gutes Gespür oder hatte einfach nur Glück. Nur fünf Monate später brachte der Verkauf von Bitcoins Tausende von Euro ein. Ein Leben im Reichtum, wer würde da ‚nein’ sagen? Selbst der Dümmste nicht. Und so träumen heute nicht nur viele davon, sie fragen sich auch, wie realistisch ihre Träume sind, angesichts des Preises für einen Coin? Doch wer groß träumt, der ist auch die perfekte Zielscheibe von so genannten „Scammern“. What? Das klären wir!

Es gibt drei Sorgen von Bitcoin-Anlegern

Es gibt drei Arten von Bitcoin-Anlegern zu beobachten. Den Gläubigen, den Händler und den Glücksritter. Der Erste glaubt an die Idee der Blockchain und an Bitcoins. Deshalb halten sie ihre Bitcoins zusammen. Meist über sehr viele Jahre hinweg.
Der Händler ist der Profi unter den Bitcoin-Anlegern. Er schafft es manchmal, Kurse zu beeinflussen, kennt den Markt wie seine Westentasche und schafft Liquidität am Markt.
Der Glücksritter will ganz schnell möglichst viel Geld machen. „Schnell rein, schnell raus“ ist seine Devise. Er repräsentiert zugleich die gefährlichste Gruppe. Er lockt dich mit Renditen von 30 % und mehr. Er verspricht dir, dass du schon morgen Millionär sein kannst, ohne etwas dafür zu tun. Du gibst ihm dein Geld, er fängt an zu zaubern. Doch solche kurzweiligen Strategien (wenn man das so nennen kann) sind die gefährlichsten und diejenigen, die sehr schnell viel Geld verbrennen können. Sie fällen Entscheidungen in Sekunden und schauen nie genau hin. Wer wirklich investieren will, der braucht aber eines: Voraussicht.
Gerade Neulinge, die sich von dem schnellen Reichtum haben blenden lassen, machen die größten Fehler und äußerst fragliche Investitionen. Sie saugen viel Wissen auf, hinterfragen es aber nicht. Sie vertrauen auf wenige Quellen und machen sich selbst kein Bild.

Entscheide nie emotional.

Sowohl Angst als auch Glück sind schlechte Berater. Doch die meisten neigen auf dieser Grundlage dazu, weitreichende Entscheidungen zu treffen. Der Kurs macht mal kurz einen Schlenker nach unten? VERKAUFEN! SOFORT! Man kann ja wieder zuschlagen, wenn der Kurs noch weiter nach unten steigt. Oder nicht? Lasse dich nicht mitreißen. Nicht von deinen Emotionen, noch von denen anderer. Da wittert einer das große Geld, braucht ein paar Tausend Euro? So schön der Traum ist; frage dich, ob er auch realistisch ist.

Niemand weiß, wie sich der Markt entwickeln wird.

Nobody knows! Ehrlich, keiner hat eine Glaskugel, die einem sagt, wie sich der Kurs entwickeln wird. Lohnt es sich jetzt, ein paar tausend Euro zu investieren? Wird der Kurs weiter steigen oder wirst du alles verlieren? Keine Ahnung! Keiner wird dir sagen können, welche Kryptowährung wie performen wird und in welche sich die Investition wirklich lohnt. Werden sich die vielen unterschiedlichen Währungen gemeinsam behaupten? Wird es sie in fünf oder zehn Jahren noch geben? Wir wissen nur eins genau: Es bleibt weiter spannend.

Wo stehen wir aktuell mit Bitcoin und Co?

Einerseits gibt es Bitcoin noch nicht sehr lange. Man könnte also sagen, das Projekt, die Idee, steckt noch in den Kinderschuhen. Oder? Andererseits hat der Kurs vielleicht auch schon seinen Höhepunkt erreicht? Von hier kann es nur noch eine Richtung geben und die ist nicht die nach oben. Oder nicht? Die Frage ist, ob der Massenmarkt schon erreicht wurde oder nicht. Das ist der Kreislauf von Innovationen.

Der Kreislauf von Investitionen am Beispiel des iPhones erklärt.

Am Anfang stehen die Innovators. Das Produkt ist ganz neu auf dem Markt und nur wenige kennen es. Es ist zugleich ein innovatives Produkt. Das iPhone war das erste Smarthone und sollte das Handy später aus den Taschen der Welt verdrängen.
Als das iPhone noch ganz neu war, kamen die „Early Adopters“. Es sind solche Gruppen, die hohe Summen für neue Technologien zahlen. Sie waren die ersten, die das iPhone hatten. Sie sind, so könnte man es nennen, die Vorreiter. Diese Gruppe kaufte sich wahrscheinlich auch den ersten Flachbildschirm, als alle anderen noch in die Röhre schauten und gaben dafür aus heutiger Sicht Unsummen aus.
Die „Early Majority“ stellt den nächsten Schritt im Kreislauf der Innovation dar. Es ist die erste Masse, die das Produkt kauft. Das Produkt ist nun massentauglich. Du kaufst dir das neue iPhone, weil es ein Statussymbol ist, weil es jetzt jeder hat und du dabei sein willst.
Danach erreicht das Modell seinen „Peak“. Der Markt ist gesättigt. Alle, die danach kommen, sind die Nachzügler. Die „Large Majority“. Dieser Gruppe folgen dann nur noch die, die noch immer mit dem Handy telefonieren und kein Smartphone haben. Es sind die „Laggards“. Entweder, weil sie von ihrem Produkt überzeugt sind oder, weil sie nicht mit der Masse schwimmen wollen.

Das Prinzip lässt sich auch auf Bitcoin anwenden.

Der Innovationsfluss lässt sich natürlich auch auf Bitcoin anwenden. 2008/2009 gab es die ersten „Innovators“. Diese haben die Bitcoin erfunden. Danach kamen die, die es ideologisch sahen. Sie fanden das Prinzip, die Idee, gut und investierten richtiges Geld, ohne einen echten Gegenwert zu haben. Sie waren die „Early Adopters“.
Im Moment hat es den Anschein, als kämen Bitcoins und Kryptowährungen in der breiten Masse an. Auch die Medien haben das Thema auf dem Schirm und wenn man sich etwa die Google-Trends ansieht, dann scheint das Thema allgegenwärtig zu sein. Für Anleger ist die Situation im Moment wirklich gut. Denn das Thema und damit auch die Währung selbst könnten so einen richtigen Schub bekommen. Ein Anstieg des Kurses wäre folglich nochmals möglich.

Was für die Währung spricht

• Sie ist auch in politisch schwierigen Zeiten sicher. Das sieht man in China derzeit sehr gut. Denn dort versuchen die Menschen, ihr Vermögen aus dem traditionellen Geldsystem herauszuziehen, um ihr Eigentum abzusichern.
• Sie ist günstig, schnell und sicher. Sie kann alte Strukturen aufbrechen und dank der Blockchain-Technologie, Prozesse für viele Anwendungsbereiche einfacher machen
• In einer möglichen Krise, ist sie eine echte Alternative. Sie kann sich dann etablieren und wirklich genutzt werden. Sie ist auch eine Alternative zu Gold oder Silber. Vor allem sind die Lagerkosten deutlich geringer. Dafür kann sie von Hackern angegriffen werden. Wobei eine Bank auch ausgeraubt werden kann.
• Sie ist legal, wird akzeptiert und das Interesse ist groß. Sie ist unabhängig von anderen Anlageformen, wie Aktien oder Anleihen.
• Die Regierungen haben keine Kontrolle mehr über das Vermögen der Bürger. Damit macht man sich frei von der staatlichen Geldpolitik. Das macht uns alle freier und unabhängiger, wobei man an dieser Stelle die systemischen Risiken durch Kryptowährungen im Auge behalten sollte.

Was spricht gegen Bitcoin?

Wenn man sich fragt, ob es noch Sinn macht, in Bitcoins zu investieren, sollte man auch die Nachteile der Währung kennen.
• Verbietet einer oder mehrere Staaten den Handel mit Kryptowährung, ist es aus.
• Die Akzeptanz und das Vertrauen sind, sagen wir mal, ausbaufähig. Viele Menschen halten Kryptowährungen nach wie vor eher für Spielgeld oder verbinden damit Schattenmärkte. Vielleicht ist es aber auch eine Generationenfrage. Wenn die heutigen Teenager erwachsen sind, ist es vielleicht absolut üblich, mit Kryptowährungen zu zahlen. Wer weiß das schon?
• Im Bereich Kryptowährung gibt es weder Kontrolle noch eine Zentralisierung. Was einerseits gut klingt, ermöglicht aber eventuell einzelnen Mitspielern den Markt unter ihre Kontrolle zu bringen.
• Die Kryptowährung könnte im schlimmsten Fall durch einen technischen Fehler „zerstört“ werden. Das ist bei Fiat-Währungen eher unwahrscheinlich.

Und nun? Lohnt es sich oder doch nicht, in Bitcoins zu investieren?

Hier muss man ein klares „Jein“ aussprechen. Wenn wir heute wüssten, was die Zukunft bringt, wären wir alle reich. Ob sich Bitcoins durchsetzen, ob die Geschichtsbücher der nächsten Generation von „alten Währungen“, wie dem Euro oder Dollar, berichten werden oder doch von einer Kryptowährung, die hätte großes bewirken können, sich aber nicht durchsetzte, wissen wir nicht. Jedenfalls gibt es große Fürsprecher. Bill Gates etwa sieht eine große Zukunft voraus. Auch das World Economic Forum prognostiziert einen weiteren Anstieg. Es will für 2025 zehn Prozent der Wirtschaftswertschöpfung über die Blockchain abgewickelt sehen.

Die Wahrheit ist: Wir wissen es nicht. Aber wir können dir einen Rat mit auf den Weg geben.

Wenn du investieren willst, dann verwende nur Kohle, die du nicht zum Leben brauchst. Nur wenn du sagen kannst, dass du einen Verlust unbeschadet überstehst, setze dieses Geld ein. Auch der Faktor Zeit ist wichtig. Denn du solltest deine Investition langfristig einsetzen. Du träumst vom schnellen Reichtum? Dann kauf dir einen Lottoschein. Last, but not least: Du solltest deine Gefühle im Griff haben. Bist du eher impulsiv, lässt dich schnell verunsichern, dann such dir eine andere Investitionsmöglichkeit. Ein schwaches Herz solltest du ebenfalls nicht mitbringen. Wir haben den Kurs schon um 50 % fallen sehen. Das lässt den Puls schon mal deutlich schneller schlagen.
Am Ende kannst nur du es entscheiden.