Was ist Mining?

Wer Bitcoins nicht kaufen will, der kann am Mining teilnehmen. Mit dieser Technik wurden sogar die ersten Bitcoins „erschaffen“. Die Technik, die dafür sorgt, ist zugleich total logisch und absolut verwirrend. Erklärungen zum Mining gibt es indes zuhauf. Die meisten hinterlassen allerdings mehr Fragen, als sie Antworten liefern. Da wird versucht, komplizierte Fachwörter mit noch komplizierteren anderen Fachwörtern zu erklären. Oder aber die Erklärung ist so trivial, dass sie überhaupt keinen Sinn ergibt. Doch wie erklärt man etwas technisch Neues jemandem, der den PC zu Hause für das Streamen der Lieblingsserie nutzt oder für die Bachelorarbeit? Wir versuchen es hier mal durch dezentes Weglassen von Unwichtigem und anhand einiger Beispiele.

 

Zuvor ein kleines Erklärvideo:

 

Lektion 1: Bitcoins entstehen durchs Mining.

Als Beispiel nehmen wir jetzt einfach mal Bitcoins. Denn diese entstehen durchs Minen. Zum Vergleich: Der Euro oder der Dollar entsteht traditionell im Fiat-Währungssystem. Also deine Regierung beschließt, es besteht Bedarf an weiteren Scheinen oder Münzen und lässt diese stanzen oder drucken. Kryptowährungen wie Bitcoins entstehen hingegen nicht durch einen Druck. Sondern indem Rechenleistung zur Transaktionsverarbeitung, Absicherung und Synchronisation von Netzwerken (Blockchain) zur Verfügung gestellt werden. Einfach gesagt bedeutet es: Du stellst einem Netzwerk Rechenleistung auf deinem PC zur Verfügung und wirst in einer kryptischen Währung dafür bezahlt. Wenn man vom Mining spricht, dann hört man auch oft, dass Bitcoins „geschürft“ werden. Ebenfalls ist die Rede davon, dass Computer rund um die Welt permanent komplizierte Aufgaben errechnen und dadurch Bitcoins erwerben. Alle Aussagen stimmen irgendwie. Wobei alles den gleichen Prozess, eben in unterschiedlichen Worten, beschreibt.

Lektion 2: Das brauchst du für das Mining:

Wenn du Bitcoins „schürfen“ willst, brauchst du in aller erster Linie eines: Einen, nein, DEN Computer. Ganz am Anfang reichte es, überhaupt einen Computer zu haben, um damit am Mining teilnehmen zu können. Doch je mehr Menschen am Mining teilnahmen, umso schneller musste der eigene Rechner werden, um überhaupt eine Chance zu haben. Denn nur derjenige, der die Aufgabe zuerst löst, der bekommt die hart umkämpften Bitcoins gutgeschrieben. Das führte dazu, dass technisch erst richtig aufgestockt werden musste und nach mehr als zehn Jahren eine Erkenntnis dominiert: Zu Hause mit dem eigenen Rechner wird das nichts. Denn die Stromkosten, der dafür notwendige Platz und andere Maßnahmen sind für dich als Privatperson viel zu hoch, um rentabel zu sein. Und das, obwohl der Bitcoin-Kurs inzwischen astronomische Höhen erreicht hat. Du kannst dennoch am Mining teilnehmen. Wie? Indem du dich auf einer Blockchain-Farm einkaufst. Wie genau das funktioniert, erzählen wir dir am Ende des Artikels. Zuerst geht es darum, wie dieses Mining denn nun wirklich funktioniert, wenn du die passende Rechenleistung dein Eigen nennst.

Lektion 3: So funktioniert das Mining:

Rein technisch betrachtet funktioniert das Mining, indem ein Block, zusammengestellt aus den Transaktionen eines bestimmten Zeitraums, erzeugt wird.

Wir machen mal einen Schritt rückwärts. Und klären: Was ist denn ein Block?

Um verstehen zu können, was da passiert, brauchst du noch ein bisschen mehr Wissen. Nämlich dazu, was es mit den Transaktionen und dem Block auf sich hat. Also geht’s jetzt „back to basics“. Die Idee hinter Bitcoins und der Blockchain war es, ein banken- und regierungsunabhängiges Währungssystem zu etablieren und zeitgleich den Austausch von Informationen fälschungssicher zu ermöglichen. Also wurde die erste Blockchain entwickelt. Vergleichbar ist eine Blockchain mit einer Festplatte. Die Festplatten hängen an einer Kette und bilden sogenannte Knoten. Ist eine Festplatte voll, so wird sie „versiegelt“. Der Knoten auf der Festplatte enthält alle Informationen der vorherigen Festplatte und zugleich auch (natürlich komprimiert) alle Informationen aus der Kette. An dieser Stelle kommst nun du ins Spiel. Jedenfalls in unserem Beispiel.
Also, du willst dein Auto verkaufen. Wir befinden uns in der nahen Zukunft. Zu diesem Zeitpunkt gibt es den Fahrzeugbrief nicht mehr analog auf Papier, sondern digital gespeichert in einer Blockchain. Der Eintrag in der Blockchain weist dich als Inhaber (Eigentümer) aus. Willst du das Auto jetzt verkaufen, wird dir der Käufer das Geld überweisen (im besten Fall in Bitcoins) und anschließend wird verzeichnet, dass es einen Übergang des Fahrzeugs gab und dein Freund Jason nun Eigentümer des Autos wurde. Das war die Transaktion. Das Bitcoin-Netzwerk wickelt diese Transaktion nun ab. Sie sammelt sie erst und fasst sie dann in einem Block zusammen. Der Job des Miners besteht darin, die Transaktionen zu bestätigen. Die Infos werden im Anschluss in ein Knotenbuch eingetragen. Bezahlt wird der Miner in Bitcoins.

Lektion 4: Beim Mining wird ein Hash erzeugt.

Das oben erwähnte Knotenbuch ist eine lange Liste aller Blocks. Die Liste liegt aber nicht nur auf einem Server, sondern verteilt sich auf viele Server in der ganzen Welt. Das hat zwei Vorteile. Erstens, ist sie absolut ausfallsicher. Fällt eine Blockchain aus, so sind die Daten immer in weiteren Blocks zu finden. Zweitens: Die Einträge sind für jeden zu jedem Zeitpunkt einsehbar. Korruptionen werden so sicher verhindert. Auch wenn jeder jede Transaktion sehen kann, sieht man nicht, wer dahinter steckt. Du und Jason bleiben also anonym.

Jetzt kommen Rechenleistung und ein Rätsel dazu.

Um Manipulation zu verhindern, verwandeln die Miner die Informationen in eine Aneinanderreihung von Zahlen und Buchstaben. So werden die Transaktionen und die darin enthaltenen Informationen deutlich kleiner. Diese Bündelung nennt man Hash. Der Hash-Wert wird jeder Blockchain am Ende angefügt und damit aufbewahrt. Ein Teil des Hash besteht aus dem Hash des vorherigen Blocks. Es ist damit vergleichbar mit einem Siegel. Denn es bestätigt nicht nur die Informationen aus dem aktuellen Block, sondern auch, dass der vorherige Block gültig ist. Will jemand nun einzelne Informationen verändern, müsste er auch den Hash verändern. Was unmöglich ist. Die Falschheit des Blocks würde sofort feststellbar sein.

Lektion 5: Der Run auf Bitcoins und die Folgen

Die gesamte Thematik rund um Bitcoins, Mining oder Blockchain ist recht jung. Etwas mehr als zehn Jahre alt. Doch fristete das Thema auch lange ein Schattendasein. Bitcoins waren eher aus dem Darknet bekannt und niemand (na ja, fast) nahm Bitcoins als mögliche echte Währung wahr. Entsprechend leicht war es damals auch, Bitcoins zu erzeugen. Es ging gar nicht darum, als erster den Hash zu erzeugen. Die Konkurrenz war gering und die Zeit zum Erzeugen des Hashes spielte eine eher nebensächliche Rolle. Es war irgendwie auch eher was für Nerds. Du weißt schon, die Jungs (manchmal auch Mädels) die selten das Tageslicht sahen und für die Kommunikation nur aus Einsen und Nullen bestand. Es war mehr ein Spiel. Nichts für dich. DAS hat sich in 2017 schlagartig geändert. Medien wurden auf das Minen und die Thematik aufmerksam. Immer mehr Händler begannen, Bitcoins als Zahlungsmittel zu akzeptieren und das rief Spekulanten auf den Plan. Der Wert von Bitcoins stieg innerhalb weniger Monate rasant an. Ein Ende ist, obwohl schon mehrfach prophezeit, nicht in Sicht. Hat man für 250 Bitcoins vor zehn Jahren keine 20 Euro bezahlt, kostet EIN Bitcoin heute mehr als 6000 Euro. Selbst auf dem Aktienmarkt gibt es kaum solche Renditen.
Zeitgleich bekommen Miner immer weniger für einen erzeugten Hash. Am Anfang gab es noch 50 Bitcoins pro Hash, im Moment gerade noch 12,5 und in absehbarer Zeit wird sich auch dieser Wert halbieren. Das hat auch überhaupt nichts mit dem Wert von Bitcoins zu tun. Es ist von dem Erfinder des Systems so vorgesehen. Erstens wird es immer schwieriger, einen Hash zu erzeugen. Das Rätsel, welches dafür gelöst werden muss, wird immer anspruchsvoller. Gleichzeitig halbiert sich der Erlös ebenfalls in regelmäßigen Schritten. Das System ist ziemlich klug. Denn andernfalls könnte jeder Miner binnen weniger Sekunden alle Bitcoins schürfen und die Mine wäre leer. Wer sollte danach (unentgeltlich) weitere Hashes erzeugen? Vor allem, da die Kosten für einen erzeugten Hash recht hoch sind. Die Antwort ist klar: Niemand würde sich weiterhin die Arbeit machen.

Auf die Plätze, fertig, knobeln!

Das Rätsel, das gelöst werden muss, bezieht sich auf das Aussehen des Hash-Wertes. Er muss etwa an erster Stelle vier Nullen haben. Oder eine bestimmte Anzahl von gleichen Zahlen aufweisen. Wie der Hashwert aussehen soll, weiß aber keiner. Die Aufgabe besteht also darin, das herauszufinden. Das Erscheinungsbild jedes Hashs ändert sich mit jedem neuen Datensatz. Ohne dabei irgendwelchen vorhersehbaren Regeln zu folgen.

Was du brauchst, um am Mining teilnehmen zu können

Grundsätzlich hast du zwei Optionen, um am Mining teilzunehmen. Du schaffst dir einen ASIC-Miner an und schürfst fortan zu Hause. Oder du schließt dich einem Cloud-Mining an.
Um am Cloud-Mining teilzunehmen, mietest du dich ein. Externe Unternehmer bieten das Cloud-Mining an. Die geschürften Bitcoins werden direkt in deinem Wallet gutgeschrieben. Um teilzunehmen, brauchst du:
• ein Wallet
• einen gemieteten Cloud-Miner
That’s it.

Um Bitcoins selbst zu minen, brauchst du eine spezielle Bitcoin-Miner-Hardware, wie den AntMiner S9. Mit deinem eigenen PC wirst du leider nicht weit kommen. Deinen Miner verbindest du via LAN-Kabel mit deinem Router und kannst anschließend die Konfiguration vornehmen.
Natürlich kannst du dich auch einem Mining-Pool anschließen. Denn wer alleine schüft, braucht deutlich länger als in der Gruppe. Da Zeit beim Minen ein wichtiger Faktor ist, winken größere Gewinne beim gemeinsamen Schürfen. Beim Pool-Mining werden die einzelnen Ressourcen jedes Nutzers gebündelt. Der Gewinn nach dem Erzeugen eines neuen Hashs wird in alter Manier je nach eingebrachter Rechenkapazität fair aufgeteilt.